Kinderfragen über Krebs: ein Kommunikationstraining

Dr. Sarah Herlofsen, Kinderbuchautorin und Kuratoriumsmitglied unserer Stiftung, hat es zu ihrem Herzensthema gemacht, Kinder und Familien, die von Krebs betroffen sind, zu unterstützen.

Ihre Erfahrungen hat sie für uns im Rahmen eines Kommunikations-Trainings weitergegeben, das sich an Pflegekräfte und andere Klinikmitarbeiter:innen mit direktem Patientenkontakt richtet. Unter dem Titel „Mit Kindern in Bildern über Krebs sprechen“ bietet ihr Vortrag konkrete Ansätze, auf Kinderfragen einzugehen, und sie sowohl sachlich informativ als auch leicht verständlich zu adressieren. Sie liefert kindgerechte Erklärungen dazu, was eigentlich mit dem Körper bei einer Krebserkrankung passiert und wie Therapien helfen. Auch schwierige Themen wie Ängste, Schuldgefühle, und Sterben werden nicht ausgespart. Dabei arbeitet sie mit Bildern, um auf Kinderebene zu kommunizieren und die Kleinen zu ermutigen, über die Erkrankung zu sprechen.

Ihr Publikum, heute im Seminarraum des Mainzer Uniklinikums, setzt sich tagtäglich für krebskranke Kinder und ihre Familien in der Klinik ein, und begleitet diese pflegerisch, sozialpädagogisch, psychologisch, therapeutisch… Mit vielen Jahren Erfahrung, oder ganz frisch dabei: rundum sieht man zustimmendes Kopfnicken und es wird ganz still im Raum. Auch vergangene, persönliche Dialoge mit den kleinen Patient:innen und Eltern schwirren im Kopf herum. Im Anschluss gibt es noch eine Fragerunde und einen Austausch, die zeigen, dass das Kommunikations-Coaching neue Anstöße und Impulse für die Arbeit mit den Kindern bietet. Und die Gewissheit: es müssen nicht alle Kinderfragen eine Antwort von uns Erwachsenen erhalten. Aber wir können die Kinder dabei begleiten, ihre eigenen Antworten zu finden.

 

Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Buch „Wie ist das mit dem Krebs?“ von Dr. Sarah Herlofsen, erschienen im Verlag Gabriel.

„Today I feel strong!“ – A day in sports therapy

It’s 9 a.m. and the first little patient is eagerly awaiting his sports lesson. We are in pediatric oncology, the two sports therapists have compiled the schedule for today’s patients and checked with the medical team that all children are fit to exercise today.

Off we go to the ward’s sports room. It is equipped with large and small sports equipment and accessories in bright colors. A bicycle is there for warm-ups, and 6-year-old Leo rides it for seven minutes because, so he says:

„Today I feel strong!“

Then he helps sports therapist Lena, with whom he has built up a relationship of trust, set up an exercise course across the sports room. There is a bit of everything: Balancing, climbing over soft building blocks, and a toss into the basketball hoop. The drip stand keeps moving along next to him, but Leo doesn’t let that distract him. Especially during slalom football training, he is completely focused on himself, and everything else literally falls away from him. All the hardships of recent times. Also the disappointment that he couldn’t watch his favorite team’s football game at the stadium because he wasn’t feeling well – even though it was his birthday present. He bravely states: „It’s ok because at least my brother was able to go in my place“. He misses his brother a lot, as well as his twin sister and his younger sister.

Finally, Leo asks Lena for a football match between small fold-up goals, and he easily defeats her. Exhausted but satisfied, he and his mother make their way back to their room on the ward.

The sports lesson is a most welcome change in everyday hospital life. It is designed to be fun for the children and motivate them to exercise regularly. Sports can give them an energy boost, especially after taking certain medications, when they are tired or in a bad mood. Even if the children store water, for example, and exercise is difficult but important, the sports therapists can motivate them to participate in playful activities. This is even possible in their room, should the way to the sports room not be possible.

The day takes its course. Altogether, four children receive their sports therapy today. The offer, which is in part financed by donations, is aimed at both inpatients and those who come to the clinic for an outpatient appointment. A big thank you for letting us participate in today’s sessions!

 

*Names have been changed by the editors.

 

„Heute bin ich fit!“: Ein Tag in der Sporttherapie

Es ist 9 Uhr, und der erste kleine Patient steht in den Startlöchern, hoch motiviert für seine Sportstunde. Wir sind in der Kinderonkologie, die beiden Sporttherapeutinnen haben den Tagesplan für die heutigen Patient:innen erstellt, und mit dem Ärzteteam geklärt, dass aus medizinischen Gründen nichts gegen die anstehenden Sporteinheiten spricht.

Auf geht’s in den Sportraum der Station. Dieser ist mit großen und kleinen Sportgeräten sowie Zubehör in bunten Farben ausgestattet. Zum Aufwärmen dient ein Fahrrad, und auf diesem fährt der 6-jährige Leo nun ganze sieben Minuten, denn:

„Heute bin ich richtig fit“

Danach hilft er der Sporttherapeutin Lena, zu der er inzwischen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, einen Parcours quer durch den Sportraum aufzubauen. Von allem ist etwas dabei: Gleichgewichtsübungen beim Balancieren, Klettern über Soft-Bausteine, und ein kräftiger Wurf in den Basketballkorb. Der Infusionsständer wandert dabei immer mit im Kreis, aber davon lässt sich Leo nicht ablenken. Insbesondere beim Slalomtraining mit dem Fußball ist er komplett auf sich konzentriert, und alles andere fällt förmlich von ihm ab. Alle Strapazen der letzten Zeit. Auch die Enttäuschung, dass er das Fußballspiel seines Lieblingsteams im Stadion nicht miterleben konnte, da es ihm nicht gut ging – obwohl es sein Geburtstagsgeschenk war. Tapfer sagt er: „Dafür war mein großer Bruder dann dort“. Ihn vermisst er sehr, wie auch seine Zwillingsschwester, und die kleine Schwester im Kita-Alter.

Zum Abschluss wünscht sich Leo noch ein Fußballmatch zwischen kleinen Aufstell-Toren gegen Lena, das er glücklich gewinnt. Erschöpft aber zufrieden macht er sich mit seiner Mutter wieder auf den Weg zurück zum Krankenzimmer auf Station.

Die Sportstunde ist eine willkommene Abwechslung im Klinikalltag. Sie soll den Kindern Spaß bringen, und sie motivieren, sich regelmäßig zu bewegen. Gerade nach der Gabe bestimmter Medikamente, wenn sie müde sind, oder schlechte Stimmung haben, kann Sport ihnen neue Energie geben. Auch wenn die Kinder beispielsweise Wasser einlagern, und Bewegung schwerfällt aber wichtig ist, können die Sporttherapeutinnen sie mit spielerischen Einheiten zum Mitmachen motivieren. Das ist sogar im Krankenzimmer möglich, wenn der Weg in den Sportraum einmal nicht möglich ist.

Der Tag nimmt seinen Lauf. Heute erhalten insgesamt vier Kinder ihre Sporttherapie. Das Angebot, das auch durch Spendengelder finanziert wird, richtet sich sowohl an stationär aufgenommene Patient:innen, als auch an diejenigen, die zu einem ambulanten Termin in die Klinik kommen. Sie können auch an sportwissenschaftlichen Studien teilnehmen, die die Ausweitung des Sportangebots auf andere Kinderonkologien zum Ziel haben (mehr dazu hier). Wir sagen ein herzliches Dankeschön, dass wir sie heute live in Aktion erleben durften!

*Die Namen wurden von der Redaktion geändert.

Childhood Cancer Awareness Month

During Childhood Cancer Awareness Month, we’re raising awareness for better, safer treatments for kids fighting cancer. It is a time to celebrate advances in childhood cancer treatment and survivorship care, and to remember the children we’ve lost.

Survivorship has been a core pillar of Stiftung Juno Kinderkrebshilfe‘s mission. The chances of cure have improved considerably in recent years as a result of intensive research and now stand at over 80 percent. However, this positive rate also shows that there remains work to be done.

Approximately 95 percent of adult childhood cancer survivors suffer from at least one long-term late effect as a result of their cancer or its therapy. And, across Europe, approximately 35,000 children and adolescents under the age of 18 are newly diagnosed with cancer each year. In order to give every child a chance to beat cancer, further research projects as well as collaborations between hospitals and research institutions are necessary.

And that is where we come in. Join Stiftung Juno Kinderkrebshilfe as an advocate in our mission of achieving a day when every child with cancer can live a long and healthy life. What contribution would you like to make this September? Here we’ll give you some ideas – or get in touch with us to discuss your individual contribution. Gold is the color around the CCAM – let’s go gold!

 

* Share the posts and messages on social media provided by Juno Children’s Cancer Aid Foundation

* Use social media covers for the month of September

* Encourage local schools to go gold by selling gold ribbons, hosting a Go Gold cake sale, or selling Go Gold merchandise

* Encourage local communities to go Gold by walking down your local high street with posters to use on shop windows etc, getting train stations to go Gold and local landmarks to go Gold

* Host a gold-themed coffee chat

* Encourage local advocates to get involved and participate in campaigns

 

We appreciate your commitment and your donations to the Juno Children’s Cancer Aid Foundation.

September ist „Childhood Cancer Awareness Month“

Während des Childhood Cancer Awareness Month schärfen wir das Bewusstsein für bessere und sicherere Behandlungen für Kinder, die gegen Krebs kämpfen. Fortschritte in der Behandlung von Krebs bei Kindern und in der Versorgung von Überlebenden werden bewusst wertgeschätzt. Und wir gedenken der Kinder, die wir verloren haben.

Survivorship ist eine zentrale Säule der Mission der Stiftung Juno Kinderkrebshilfe. Die Heilungschancen haben sich in den letzten Jahren durch intensive Forschung deutlich verbessert und liegen heute bei über 80 Prozent. Diese positive Quote zeigt aber auch, dass noch viel zu tun bleibt.

Etwa 95 Prozent der erwachsenen Kinderkrebsüberlebenden leiden unter mindestens einer langfristigen Spätfolge ihrer Krebserkrankung oder ihrer Therapie. Und in ganz Deutschland erkranken jährlich etwa 2.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren neu an Krebs. Um jedem Kind eine Chance zu geben, den Krebs zu besiegen, sind weitere Forschungsprojekte sowie Kooperationen zwischen Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen notwendig. Hier kommen wir ins Spiel.

Schließen Sie sich der Stiftung Juno Kinderkrebshilfe und unserer Mission an, einen Tag zu erreichen, an dem jedes krebskranke Kind ein langes und gesundes Leben führen kann. Welchen Beitrag möchten Sie diesen September leisten? Hier geben wir Ihnen einige Ideen – oder setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um mit uns Ihren individuellen Beitrag zu besprechen. Gold ist die Farbe Rund um den CCAM – let’s go gold!

* Teilen Sie die Beiträge und Mitteilungen in den sozialen Medien, die die Stiftung Juno Kinderkrebshilfe bereitstellt.

* Verwenden Sie Social-Media-Titelseiten für den Monat September

* Ermutigen Sie örtliche Schulen, „Gold“ zu werden, indem Sie goldene Bänder verkaufen, einen Go-Gold-Kuchenverkauf veranstalten oder Go-Gold-Artikel verkaufen

* Ermutigen Sie lokale Gemeinschaften, „Gold“ zu werden, indem Sie durch Ihre lokale Hauptstraße mit Plakaten gehen, die Sie an Schaufenstern usw. verwenden können, Bahnhöfe dazu bringen, „Gold“ zu werden, und lokale Sehenswürdigkeiten „Gold“ werden lassen

* Veranstalten Sie einen Kaffeeplausch zum Thema „Gold“.

* Ermutigen Sie lokale Fürsprecher, sich an Kampagnen zu beteiligen und teilzunehmen.

 

Wir freuen und über Ihr Engagement und Ihre Spenden für die Stiftung Juno Kinderkrebshilfe.

Spotlight on… Sarah Herlofsen

Stem cell researcher, children’s book author and mother of four – and now Dr. Sarah Roxana Herlofsen is also a member of the Board of Trustees at Stiftung Juno Children’s Cancer Aid Foundation. Here, she shares her touching story with us. It is clear that she must have superpowers. We are pleased that she also uses them for our foundation!

It’s safe to say that I have three great passions in my life. Children, Books and Biology. It was already clear to me after graduating from high school that I wanted to work with these three topics. My authorship goes back to my childhood. Writing was my absolute passion in elementary school and my first story was published in the Kölner Stadtanzeiger when I was in third grade. Ever since the day I could read my own words in the newspaper, I’ve dreamed of one day writing my own book.

My interest in biology and medicine arose very early on and I thought about becoming a doctor for a long time. But the idea of ​​not being able to help everyone and of losing people scared me because such fates affect me emotionally. I chose to become a biology and philosophy teacher so that I could explain the big and small mysteries of life to children. But already after the second semester, a case of cancer in the family changed my career for the first time. My grandmother got sick and the diagnosis of metastatic colon cancer had a very bad prognosis at the time. I clearly remember her being offered a revolutionary therapy. She was able to take part in a clinical study in which researchers tried to develop antibodies against the cancer cells so that they could be found and disposed of by the body. This was the beginning of personalized cancer therapy and an incredibly brave and spectacular thought at the time.

As a fresh biology student, I was enthusiastic about this brilliant idea and now I didn’t just want to convey knowledge, I wanted to create knowledge myself and switched to molecular biomedicine. Here I wanted to develop new medicines, achieve breakthroughs in clinical research and thereby save lives.

Many years in the lab followed and my specialty became clinical stem cell research. In 2013, I did my PhD at the National Hospital in Oslo, Norway. And again, a case of cancer in the family should steer my life in a new direction.

This time, my grandfather was diagnosed with incurable bladder cancer. I was very pregnant with my third child, in the middle of the last phase of my doctoral period and could no longer travel to Germany. The time was very dark and cloudy and I was afraid that he would never meet my unborn daughter. My other children were quite young and I started drawing pictures for them and writing little stories about cancer cells to explain why I was so sad. This open communication was incredibly valuable. Not only for my children, but also for myself. It was a great relief that I didn’t have to pretend, but was able to tell honestly what moved me. And the fact that the children knew that they could always talk to me and get honest answers made the illness less scary for them. That’s when I got the idea for my children’s book.

The book should be suitable for all children, regardless of diagnosis, treatment and patient. I wanted to use what I had learned to answer the questions of all children, whether they have a mother with breast cancer, or a grandfather with colon cancer, or maybe they have leukemia themselves. So this is where my commitment to children and cancer began.

Over the next few years I traveled a lot, visited children’s cancer wards and children as relatives, collected questions and testimonials, met with psychologists and doctors, cancer survivors and people who lost loved ones to cancer. More and more this book became my new baby and the subject of cancer became near to my heart.

I will never forget my first visit to the children’s cancer ward, when I was approached by a small patient who had just completed radiation treatment. This small, vulnerable, refined body. The smooth head and the skin reddened by the radiation. His mother, tired, exhausted, broken yet smiling desperately and whispering words of encouragement. I had just given birth to my third healthy child and could hardly stand the pain. That was probably the day I decided that I wanted to use my life to help these families with any means at my disposal.

In 2016, my first cancer book was published in Norway, and in 2019, my German book „Wie ist das mit dem Krebs“. It has now been translated into many languages ​​and it still brings tears to my eyes to think of how many thousands of children around the world have read these books. The fact that the German Cancer Aid filmed my book and that we now have our own children’s site with free cartoons for all children who want to know what cancer is, was also a small dream that came true.

I am currently working on a picture book for smaller children, which will be published in Germany next year. And because these little people and their destinies are so dear to my heart, I am indescribably happy that I was given the opportunity to make my contribution here at the Juno children’s cancer charity. I hope that through my work for the foundation I can give a little hope, comfort, joy and help to these children and their families. I can’t wait to be on this journey.

Spotlight on… Sarah Herlofsen

Stammzellforscherin, Kinderbuchautorin und Mutter von vieren – und nun ist Dr. Sarah Roxana Herlofsen auch noch Kuratoriumsmitglied der Stiftung Juno Kinderkrebshilfe. Hier teilt sie ihre bewegende Geschichte mit uns. Dass sie Superkräfte haben muss, steht fest. Wir freuen uns, dass sie diese auch für unsere Stiftung einsetzt!

Man kann wohl sagen, dass ich drei große Leidenschaften in meinem Leben habe. Kinder, Bücher und Biologie. Schon nach dem Abitur war mir klar, dass ich mit diesen drei Themen arbeiten will. Meine Autorenschaft geht zurück bis in meine Kindheit. Schreiben war bereits in der Grundschule meine absolute Leidenschaft und meine erste Geschichte wurde im Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht als ich gerade in die dritte Klasse ging. Seit dem Tag, als ich meine eigenen Worte in der Zeitung lesen konnte, habe ich davon geträumt irgendwann ein eigenes Buch zu schreiben. Auch mein Interesse für die Biologie und Medizin entstand schon sehr früh und ich habe lange überlegt Ärztin zu werden. Aber die Vorstellung nicht allen helfen zu können und Menschen zu verlieren, hat mich abgeschreckt, weil mir solche Schicksale emotional zu nah gehen. Ich wählte also den Weg zur Biologie- und Philosophielehrerin, damit ich Kindern die großen und kleinen Mysterien des Lebens erklären kann. Doch bereits nach dem zweiten Semester veränderte ein Krebsfall in der Familie meine Karriere das erste Mal. Meine Oma wurde krank und die Diagnose metastasierter Darmkrebs hatte damals sehr schlechte Prognosen. Ich erinnere mich noch genau, wie ihr eine revolutionäre Therapie angeboten wurde. Sie konnte an einer klinischen Studie teilnehmen, in der Forscher versuchten Antikörper gegen die Krebszellen auszubilden, so dass sie vom eigenen Körper gefunden und entsorgt werden können. Dies war also der Anfang der personalisierten Krebstherapie und damals ein unglaublich mutiger und spektakulärer Gedanke.

 

Als frische Biologiestudentin war ich von dieser genialen Idee begeistert und wollte nun nicht nur Wissen vermitteln, ich wollte lieber Wissen selbst schaffen und wechselte den Studiengang zur molekularen Biomedizin. Hier wollte ich neue Medikamente entwickeln, Durchbrüche in der klinischen Forschung erzielen und damit Leben retten. Es folgten viele Jahre im Labor und meine Spezialität wurde die klinische Stammzellforschung. 2013 machte ich meinen PhD am Reichshospital in Oslo in Norwegen. Und wieder sollte ein Krebsfall in der Familie meinen Lebensweg in eine neue Richtung lenken. Diesmal wurde mein Opa mit unheilbarem Blasenkrebs diagnostiziert. Ich war hochschwanger mit meinem dritten Kind, mitten in der letzten Phase meiner Doktorandenperiode und konnte nicht mehr nach Deutschland reisen. Die Zeit war sehr dunkel und umwölkt und ich hatte Angst, dass er meine ungeborene Tochter niemals kennenlernen würde. Meine anderen Kinder waren noch recht klein und ich begann Bilder für sie zu malen und kleine Geschichten über Krebszellen zu schreiben, um zu erklären, warum ich so traurig war. Diese offene Kommunikation war unendlich wertvoll. Nicht nur für meine Kinder, sondern auch für mich selbst. Dass ich mich nicht verstellen musste, sondern ehrlich erzählen konnte was mich bewegt, war eine große Erleichterung. Und dass die Kinder wussten, dass sie immer mit mir reden können und ehrlich Antworten bekommen, hat die Krankheit weniger unheimlich für sie gemacht. Da entstand die Idee für mein Kinderbuch.

 

Das Buch sollte für alle Kinder passen, unabhängig von Diagnose, Behandlung und Patient. Ich wollte mein gesammeltes Wissen nutzen, um allen Kindern ihre Fragen zu beantworten, egal ob sie eine Mutter mit Brustkrebs oder einen Opa mit Darmkrebs haben oder vielleicht selbst an Leukämie erkrankt sind. Hier begann also mein Engagement für Kinder und Krebs. Die nächsten Jahre reiste ich viel umher, besuchte Kinderkrebsstationen und Kinder als Angehörige, sammelte Fragen und Erfahrungsberichte, traf mich mit Psychologen und Ärzten, Krebsüberlebern und Menschen, die Ihre Liebsten an Krebs verloren haben. Mehr und mehr wurde dieses Buch zu meinem neuen Baby und das Thema Krebs zu meinem absoluten Herzensthema. Ich werde wohl nie meinen ersten Besuch auf der Kinderkrebsstation vergessen, als mir ein kleiner Patient entgegenkam, der gerade eine Strahlenbehandlung abgeschlossen hatte. Dieser kleine, verletzliche, geläuterte Körper. Der glatte Kopf und die von der Strahlung gerötete Haut. Seine Mutter, müde, erschöpft, gebrochen und doch mit einem verzweifelten Lächeln auf den Lippen und aufmunternde Worte flüsternd. Ich hatte gerade mein drittes gesundes Kind zur Welt gebracht und konnte diesen Schmerz kaum aushalten. Das war wohl der Tag, an dem ich entschieden habe, dass ich mein Leben nutzen will, um diesen Familien zu helfen, mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen. 2016 erschien mein erstes Krebsbuch in Norwegen und 2019 mein deutsches Buch „Wie ist das mit dem Krebs“. Mittlerweile ist es in viele Sprachen übersetzt worden und wenn ich daran denke, wie viele tausend Kinder diese Bücher in der ganzen Welt gelesen habe, rührt mich das nach wie vor zu Tränen. Dass die deutsche Krebshilfe mein Buch verfilmt hat und wir jetzt eine eigene Kinderseite mit gratis Zeichentrickfilmen für alle Kinder haben, die wissen möchten, was Krebs ist, war auch ein kleiner Traum, der in Erfüllung ging.

 

Aktuell arbeite ich an einem Bilderbuch für kleinere Kinder, was nächstes Jahr in Deutschland erscheinen wird. Und weil diese kleinen Menschen und ihre Schicksale mir so unendlich am Herzen liegen, bin ich unbeschreiblich glücklich, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, hier in der Stiftung Juno Kinderkrebshilfe meinen Beitrag zu leisten. Ich hoffe, dass ich durch meine Arbeit für die Stiftung ein wenig Hoffnung, Trost, Freude und Hilfe an diese Kinder und ihre Familien weitergeben kann. Und kann es kaum erwarten diese Reise zu beginnen.

Juno supports scientific study on exercise therapy in childhood cancer patients

Juno supports scientific study on exercise therapy in childhood cancer patients

Juno unterstützt sportwissenschaftliche Studie

Juno unterstützt wissenschaftliche Studie zur Bewegungstherapie bei Kinderkrebspatienten in neun europäischen kinderonkologischen Zentren.

Responsibility for transparency

Transparency builds trust. That is why Transparency International sets a framework for transparency within charitable institutions. Stiftung Juno Kinderkrebshilfe has joined the effort to promote more integrity and responsibility.

We publish information that go beyond the legal disclosure requirements for civil organisations in Germany. It is laid out as a 10-point-list that was framed by the ITZ. This transparency aims at making our work comprehensible for the public and our donors, and thus strengthen both trust and credibility.

We are pleased that our charity has now been included in the list of signees by the ITZ.

 

About Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Transparency International is the global civil society organisation leading the fight against corruption. To end the devastating impact corruption has on men, women and children around the world, we bring people together in a powerful worldwide coalition. Transparency’s mission is to create change towards a world free of corruption.

Transparency International is a global network including more than 100 established national chapters. The national chapters fight corruption on the national level in a number of ways. They are working independently and are self-financed. They bring together relevant players from government, civil society, business and the media to promote transparency in elections, in public administration, in procurement and in business. Transparency’s global chapter network also uses advocacy campaigns to lobby governments in order for them to implement anti-corruption reforms.